
„All das, was uns fern ist, ist nur deshalb fern, weil wir es von uns fernhalten.
Meine Frage ist: wie nahe möchtest du es an dich heranlassen, in dich hineinlassen?
Wenn die gewohnte Distanz, in der wir uns aufhalten, unterschritten wird, dann versagen
die Sinne, dann versagt der Geist, der sich dieser Sinne bemächtigt hat. Wir sind diese
vollkommene Nähe nicht gewohnt. Wir tun so, als gäbe es sie nicht einmal.
Ich lade dich ein, so nahe zu kommen, dass nur Eins bleibt.“
-OM C. Parkin in „Donnerschlag und Tempelstille“-

Dieser Einladung meines Lehrers folge ich in meinem Leben und Arbeiten. Mein bisheriges Leben empfinde ich als eine Annäherung an mich selbst, an die inneren Kräfte und Welten, aber auch an die Liebe und menschliche Begegnungen, an die Erde und das Menschsein. Immer wenn ich dachte, jetzt bin ich ganz nah, stellte ich irgendwann fest, dass auch diese Nähe sich weiter bewegte und vertiefte. Und Nähe vertieft sich paradoxerweise besonders durch den Moment, an einer Grenze zu stehen und diese bewusst zu spüren.

Eigentlich erst einmal ein schrecklicher Moment! Ein Moment, in dem die ganze persönliche Begrenztheit und Unfähigkeit sicht-und spürbar wird. Ein Moment, von dem fast alles weg will, hin zu mehr Freiheit, mehr Kraft, mehr Liebe oder Fülle. Doch für mich sind diese Grenzmomente wichtige Schlüssel für (mein) menschliches Wachstum geworden. Alle neuen Lebensräume haben sich mir erschlossen in der bewussten Begegnung mit einer Grenze und der Bereitschaft, dort inne zu halten und dann – mit Angst, mit Widerständen, manchmal innerlich tobend oder zitternd – achtsam weiter zu gehen. In kleine Momenten, manchmal in großen, existentiellen Momente.

Dort kann mich das Leben führen aus meiner bekannten kleinen Welt in etwas Neues, Frisches, Lebendiges, das meine Seele nährt und mich nahe bringt.

In meiner Arbeit sehe ich mich als Begleitung für diese „Grenzerfahrungen“: Menschen darin zu begleiten, an Grenzen ihrer bekannten Welt geführt zu werden, sie an das Vertrauen in die Kraft zu erinnern, ihnen das Wissen um die Schlüssel für menschliches Wachstum zu vermitteln und mit ihnen das Menschsein zu teilen und zu genießen.

Ich möchte an dieser Stelle meinem Lehrer OM C. Parkin, meiner Lehrerin ZENO Eisenhuth, den Lehrern der Enneallionce – School for Inner Work und allen Weggefährten danken. |